Handlung:
Juju ist ein sehr drückender Schläfer. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass das Kissen so warm ist.
Juju ist ein sehr drückender Schläfer. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass das Kissen so warm ist.
Azita träumt von Hexen, die auf Besen über ein scheinbar unendliches Meer fliegen und dabei immer wieder: EINE MILLION DOLLAR! rufen.
Als sie genauer hinsieht besteht das Meer aus Billig-Bier und im Hintergrund kommentiert Karim den Flug der Hexen.
Die Szene ändert sich, sie fühlt sich warm und geborgen, irgendetwas schnurrt. Nach einem Moment realisiert sie, dass sie das ist und beginnt sich genüsslich das pechschwarze Fell zu säubern. Sie liegt eingekringelt in einem Schoß, wird gekrault während jemand mit einem französischen Akzent etwas über die Weltherrschaft erzählt. Plötzlich hat sie große Lust auf Fisch.
Dann ändert sich die Szene erneut. Sie erkennt die Umgebung sofort und ein kalter Schauer läuft ihr den Rücken herab. Nein, nein, nein, nein! Sie wollte hier nicht sein! Kalte Angst greift nach ihr - dabei weiß sie genau, dass das nur ein Echo des Gefühls von damals ist. Von dem Mädchen, dass sie damals war und nicht der Frau, die sie heute ist.
Sie sieht die strengen Augen ihres Vaters, kalt, emotionslos, als er ihr erklärt, dass sie keine Familie mehr hat und in diesem Haus nicht mehr willkommen ist. Das ihr Name nie wieder genannt werden wird und sie als die Enttäuschung, die sie ist es nicht verdient hat jemals wieder Teil der Familie zu sein, über die sie Schande gebracht hat. Im Hintergrund der traurige Blick ihrer Mutter - das letzte Mal, dass sie sie sah - ein Anblick, den sie nie vergessen würde…
Mit einem leisen Wimmern klammert sie sich fest a das Kissen, fängt dann an sich unruhig hin und her zu werfen und landet schließlich in einem Haufen Decke neben dem Sofa auf dem Boden. Ihr Atem geht stoßweise und ihre Augen sind weit.
Juju träumt aus unerfindlichen Gründen von einem Dutzend Androsen die sich an Futunen reiben. Denen gefällt das gar nicht und alle haben rosa Häschenkostüme mit langen Ohren an.
Jemand mit wilden Haaren reicht ihm einen Amaretto-Apfelsaft mit Eis.
Eine Frau die komplett aus Kartoffelpü besteht hält ihm eine Standpauke, dass er nicht so viel Sabbern soll und er nie gerade steht und er sagt "Ja Mama" im Schlaf.
Bürgerkrieg um Billig Bier in Bonkistan. Er hat keine Ahnung wo Bonkistan ist oder Warum und warum es hier nach Frau durfet. Er hört Poltern im Schlaf und dreht sich dann brummelnd um, dass er lieber heute nicht in die Schule will weil die Hexenausbildung noch nicht fertig ist.
Sie steht auf wackeligen Beinen auf und legt abwesend die Decke über den schlafenden Jaques. Wie automatisiert tragen ihre Füße sie in das Badezimmer. Sie braucht eine Dusche - lang und heiß. Am besten so lang und heiß, dass man danach ein bisschen wie eines dieser teuren Schalentiere in noch teureren Restaurants aussah. Ihre Kleidung wirft sie achtlos schon on Flur ab, und hinterlässt so einen kleinen Pfad des Chaos.
Bald schon ist das intensive Rauschen von Wasser zu hören.
Jaques schläft den Schlaf der Gerechten mit wilden Träumen.
Nach einer halben Stunde aus dem Bad. Ein Handtuch um den Körper und die Haare gewickelt. Sie sammelt ihre Sachen ein und setzt Kaffee auf, bevor sie ins Schlafzimmer geht, um sich frische Sachen anzuziehen.
Juju öffnet langsam die Augen und macht erstmal für ein paar Sekunden einen komplett verwirrten Eindruck und guckt dann ob er etwas an hat und es entfährt ihm ein 'Oh, Gott seid dank ...'
Azita kommt durch das Wohnzimmer, zielgerichtet in Richtung Küche aus der der untrügliche Duft von Kaffee kommt. Die Haare sind noch in einem Handtuchturban, aber sie trägt Jeans, ein Shirt mit Comicmotiv und ihre Füße stecken in flauschigen Dromedarschlappen. Offenbar hat sie nicht bemerkt, dass er wach ist. In der Küche hört man bald darauf das Klappern von Tassen und ein wohliges Seufzen, dass wohl den ersten Schluck Kaffee des Tages begleitet.
Juju verhält sich sehr still, wie jeder weiß können Frauen nur Dinge sehen die sich bewegen.
Ups. Nun, wie Spät und welcher Tag war es überhaupt? Aber ein gutes Sofa.
Der weibliche T. rex … ähm … Azita kommt mit zwei richtig großen, dampfenden Tassen Kaffee ins Wohnzimmer, wo sie diese auf dem Tisch abstellt und erstmal den Fernseher ausmacht auf dem gerade eine Dokumentation über Curling in Targa angefangen hat. Danach dreht sie sich um und greift nach einer Tasse aus der sie noch einmal genüsslich einen Schluck nimmt.
Dabei bemerkt sie, dass Jaques wach ist - er hatte sich bewegt!
Guten Morgen!
Das war schon alles so als ich herkam!
Mh?
Sie wirkt ehrlich verwirrt.
Wie meinen?
Alles einfach!
Was?
Sie schiebt ihm vorsichtig - als könnte sie ihn sonst verschrecken - eine Tasse Kaffee rüber, in dieser ist eine unheilige Menge Milch und wahrscheinlich auch Zucker.
Ist alles ok? Hast du gut geschlafen?
Das weiß ich nicht, da müsstest du meinen Anwalt fragen.
Er nimmt den Kaffee und hofft, dass seine Frisur nicht zu albern ist.
Du hast einen Anwalt?
Sie nippt an ihrem Kaffee und nickt dann.
Macht wahrscheinlich Sinn wegen des Alibis und so…
Ein Mundwinkel zuckt nach oben.
Juju versteckt sich relativ elegant hinter dem Kaffee.
Sie bekommt wieder leicht rote Ohren.
Ich fürchte ich habe dein Shirt feucht gemacht… wenn du magst, kannst du es hier lassen und ich säubere es.
Taktisches Kaffeetrinken.
Starrt, trinkt, starrt.
Ich soll also mein Shirt ausziehen ...
Sie nickt ernst.
Es tut mir wirklich leid. Ich werde mich auch beeilen, dass du es schnell wieder bekommst. Und ich kann dir gerne eines meiner Trikots leihen, ich hab zum schlafen immer welche da, die mir prinzipiell zu groß sind, weil ich das angenehmer finde und überhaupt…
Sie nimmt einen Schluck Kaffee, um den zunehmend ungebremsten Redefluss zu stoppen.
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